Beschreibung eines Kampfes

Entered by: offlinewwweber [M34DE]
Text type: Lyric 2007-10-03 17:45:04
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Beschreibung eines Kampfes
(Stierkampf in Barcelona, Mexico)

Die Beschreibung eines Kampfes,
eines Stierkampfes
in Barcelona, Mexico.

Heut' ist der Tag der Corrida.
Alles ist staubig und schwül.
Und die Menge harrt gläubig und bieder,
doch es ist bald des Wartens zu viel.

Da öffnet sich endlich die Pforte.
Da öffnet sich endlich die Tür.
Und es kommt auch wirklich jemand rein,
der ist ziemlich klein.
Wer kann das wohl sein?
Und „Olé!" hört man alles schrei'n:
Sieh mal einer an, es ist der Stier.

Alle Frau'n jubeln: „Ach, ist der niedlich!"
Und die Männer schrein: „Kämpf, edles Rind!"
Doch der Stier ist im Grunde ganz friedlich,
und er spielt im Sand, scheu wie ein Kind.

Da kommen schon die Männer mit den Stangen.
Die springen auf den Gäulen in den Kreis.
Und es scheint, sie woll'n den Stier zum Frühstück fangen.
Doch sie schaffen's nicht, es ist ja viel zu heiß.

Und ein Mann mit großen Ohren und mit Pickeln,
greift mit einem roten Tuch von hinten an
und versucht den Stier im Tuche einzuwickeln.
Doch er scheint dazu noch nicht der richtige Mann.

Das Volk ist aufs höchste gespannt
und schwitzt vor sich hin wie gebannt.
Da erscheint fröhlich und ölig
der Matador!

„Well.

Hey, hello, boys and girls, hello,
nun schwenkt mal die Sombreros!
Man nennt mich in ganz Mexico
den schönsten der Toreros.

Die Mutti hat mich rausgeputzt
mit einer bunten Mütze.
Ich hab auch 8x4 benutzt,
damit ich nicht so schwitze."

Er grüßt die Menge selbstbewusst
und dreht sich auf der Sohle.
Er hebt den Arm und strafft die Brust.
Dann brüllt er dröhnend: „Ole!"

Dann streift er tapfer durch das Rund,
den wilden Stier zu suchen.
Doch dieser sitzt im Sande und
spielt „Backe-backe-Kuchen".

Nun geht er auf das Rindvieh zu
und fragt es von der Seite:
„Wie spricht der Stier?" Der Stier sagt: „Muh."
Da rast des Volkes Meute.

Dann kommt ein müder Picador
und wirft mit bunten Piken.
Trifft er den Stier, ruft alles: „Tor!"
Der Stier fängt an zu quieken.

Dann springt er auf mit einem „Hui".
Der Kämpfer folgt ihm mutig,
packt ihn am Kragen und sagt: „Pfui,
du machst mich ja ganz blutig!"

Nun jagen sie sich Stück für Stück
rund um die Kampfarena.
Der Matador fällt bald zurück.
Er ist ja auch viel kleener.

Doch plötzlich holt er wieder auf.
Der Stier scheint leicht verwundet.
Der Matador im Dauerlauf
hat ihn schon überrundet.

Die Menge stöhnt und schwitzt und greint.
Das liegt an diesem Sport wohl.
Und ein besonders Matter meint:
„Ich wollt', ich wär am Nordpol!"

Dann springt er von der Etalage.
Zwei Meter tiefer muss er.
Und unten fällt er auf den Mund.
Da grölt die Menge: „Hussa!"

Und alle Frauen folgen nach,
woll'n den Torero haschen
und wollen ihn - o Ungemach! -
ganz öffentlich vernaschen.

Ein spitzer Schrei! Der Matador
erlag jetzt den Hyänen.
Dem Stier kommt alles spanisch vor.
er unterdrückt ein Gähnen.

„So haltet ein! Ihr bringt ihn um!",
ruft einer von den Sitzen.
Dann rast er durch das Publikum,
den Matador zu schützen.

Doch dieser lacht, nur noch im Hemd:
„Mensch, mach dich nicht unmöglich!
Ach, Kerl, bei meinem Temperament
mach ich das drei Mal täglich!"

Doch schließlich ist alles zu Ende.
Man kann auch schon gar nichts mehr seh'n.
Nur der Matador reibt sich die Hände
und sagt: „Ach, war das Fest wieder schön!"

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