Sehr froh und gefühllos

Entered by: offlineporg13i [M21AT]
Text type: Lyric 2007-12-12 22:18:55
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Immer nach diesen anstrengenden Dreharbeiten, mit Senta Berger derzeit, wenn i dann nachher steh in dieser kleinen Bar am Sunset-Boulevard in Hollywood und da Whiskey schmeckt so a bissl noch Rexona, immer dann kummt mein oider Freind da Redford Bertl bei da Tür eina und sogt zu mir: Du Josef, i derf doch „you“ sogen, you ähh Josef. Auf dem Foto von dir, des in meim Schlofzimmer steht – mei Frau hot so an klan Altar errichtet – immer auf diesem Foto merk i du host so traurige Augen, wie wannst jeden Moment zu wana anfaunga tatast. Josef brauchst a Toschntuach?

Nun das is auch ganz interessant, dass ich obwohl ich so ein sensibler, gefühlvoller Künstler bin, dass i trotzdem net wan. Ja. I wan net. Und des liegt daraun, dass i auf der aunderen Seitn ein irrsinnig kalter gefühlloser Mensch bin. Des gleicht si aus. Wirklich ja, i bin einfoch gefühllos bis dort hinaus. Kaun nix dafür, bin so geboren. Irrsinnig gefühllos. Auf jedem Begräbnis bin i imma der einzige mit Game-Boy. Und wirf dann so lustige Papierschlaungen ins Grob nochi. Mir föt a bissl des Gspia.

Vorige Wochn wor i auf an Benefiz für Zuckerkranke Kurden. Und hob dann beim Buffet gfrogt, obs an türkischen Honig habn. Oiso, sie merken schon. Die Herzensbildung is etwas mangelhaft ausgebildet. I hätt natürlich nie diese Karrier machn kina mit dieser Rohheit und dieser Gefühllosigkeit wenn i net Gott sei Dank auf der andan Seitn doch auch a sehr feige hinterhältige Sau gwesen wär.

Scho in da Schui hob i meine Mitschüler verpetzt. Immer wauns mit abschreibn hom lossn. Im Religionsunterricht bei Prüfungen hob i geröchelt und Marienerscheinungen vorgetäuscht. Und war dann scho mit ocht Jahren Chef einer kriminellen Kleinkinderbande. Wir hobn immer oide Omas über die Straßn gführt, und am Mittelstreifen Schutzgeld erpresst. Am Weltsportog hob i direkt nebn da Reika a eigenes Standl eröffnet und hob 50 % Zinsen versprochen. Und am Tog drauf zu Allerheiligen hob i die vielen leeren Sporschweinde verkauft, als Glücksbringer für die Verstorbenen.

Meine Eltern warn natürlich entsetzt über mich. Aber sie hobn sie nix mehr sogn traut, sie hobn scho an Kredit renna kopt bei mir. Zusammenfassend bin i, wann i so zurückschau, i sog inna ganz ehrlich und offen, i hobs wirklich nie bereut, dass i a Orschloch bin. Bin imma guat gforn damit. Kanns jedem weiterempfön.



Na jo vielleicht bis auf an Punkt. Meine rohen und gemeinen Wesenszüge hom ma leider jeden Erfolg beim weiblichen Geschlecht verwehrt. Jo des so, net. Keine Dings ohne Dings, nicht. Es war wirklich furchtbar, es war imma jedes Rendezvous eine Katastrophe, weil i nie rote Rosen mitbrocht hob sondern meistens a Kilo Erdäpfl oder so wos.

Beim Ansprechen hob i glei imma olles verhaut. Meistens hob i gsogt: Hallo i bin da Josef. I würd irrsinnig gern mei Zung in dein Hois steckn bis zu de Mandeln. Des hot net so zogn. Außer amoi. Amoi hot mi a Frau wirklich mitgnumma bis vor die Haustür. Bis vor ihr Haustür. Und hot gfrogt ob i nu auf an Kaffee mit auffi kum. Und i bin wirkli mitganga und sie hot überoi Kerzn aunzundn in da Wohnung und is im Bod verschwundn. Und i hob dann gsogt: Oiso wo is jetzt da Kaffee? Und sie hot nur Haltbarmilch ghobt und i wollt normale Milch hobn. Und wir san dann zum Bahnhof gforn a Milch hoin. Und hobn uns in Bahnhofspark einigsetzt und aufigschaut zu die Stern und i hob ihr zagt in großen Wagen. Und sie hot gsogt: Josef woran denkst jetzt? Und i hob gsogt: I muass denken an mei Jugendzeit am Bauernhof. Wie ma Sau ogstochn hobn. Und i hob die Sau so aufgschlitzt und diese hassen daumpfende Gedärme außa auf a Nudlbrett gramt. Und es hot so süsslich grochn noch Innereien.

Und dann hob i mein Arm um ihr Schulter glegt und hob gsogt: Und wast Schatzi, Schatzi irgendwo riechen wir innen genauso. -
Jö schau a Sternschnuppn. Jetzt derfst da wos wünschn. Und sie hot gsogt: Josef i wünsch ma das’d die schleichst.

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